Shades of Thoughts

Fotografien von Valérie Six

 

 

Valérie Six ist in Nordfrankreich geboren und verbrachte dort auch ihre Kindheit, bevor sie in den Teenagerjahren in der Region Paris lebte. Seit 2014 war sie in Bordeaux beheimatet, vor kurzem zog sie nach Nizza.

 

Angezogen von den fernöstlichen Zivilisationen, studierte sie nach der höheren Schule Chinesisch am National Institute of Oriental Languages in Paris und machte Karriere im Bereich der internationalen Entwicklung, bis sie 2012 auf einer Reise nach Dubai ihre erste Kamera kaufte und ihre Leidenschaft für die Fotografie entdeckte.

 

Sie besuchte Fotoworkshops mit renommierten Fotografen und schrieb sich 2014 an der Pariser Kunstschule Gobelins, l’école de l’image, ein. Im darauffolgenden Jahr entschied sie sich, ihre bisherige berufliche Laufbahn zu beenden und sich vollständig der Fotografie zu widmen.

 

Seit ihren Anfängen hat Valérie nie aufgehört, auf der Suche nach dem richtigen Licht und dem passenden Schauplatz durch die Straßen zu gehen, um rätselhafte Szenen zu kreieren. Bilder, die wie ein Märchen sowohl infragestellen als auch beschwichtigen.

 

Valérie ist Gewinnerin und Finalistin zahlreicher Auszeichnungen – darunter WomenStreetPhotographers‚ erste Künstlerresidenz und Soloausstellung in NYC –, ihre Bilder wurden weltweit ausgestellt sowie in vielzähligen Online- und Printmagazinen (Fisheye, Eyeshot, Réponse Photo, Bump Books, etc.) und Fotobüchern veröffentlicht.

 

 

2021 wurde sie eingeladen, sich dem Little Box Collective anzuschließen, einem Kollektiv von Fotografen aus verschiedenen Regionen der Welt, das darauf abzielt, die Tradition der ungestellten Straßenfotografie zu erweitern, zugleich zu verschiedenen Stilen und Arbeitsmethoden zu ermutigen und auf diese Weise das Verständnis für das Genre zu vergrößern.

 

Die Straßenfotografien von Valérie Six sind von einer einzigartigen Atmosphäre durchdrungen. Obwohl in verschiedenen Ländern entstanden, verbindet die Bilder der poetischen Serie Shades of Thoughts der gleiche Wunsch, mit Schatten und Licht – in der Manier der Hell-Dunkel-Bilder des 17. Jahrhunderts – Gedanken, Emotionen und ungewöhnliche Szenen zu erfassen und zu erhöhen. Es sind flüchtige Dramen oder Augenblicke, die auf halbem Wege zwischen Fiktion und Realität balancieren.

 

Für Valérie Six ist Spontaneität in der Fotografie essenziell. Wenig interessiert am In-Szene-Setzen, wagt sie sich in Kontakt mit der Welt, um ihre Bilder zu machen. »Mich inspirieren so viele Dinge«, sagt die Künstlerin, »die Anordnung von Elementen im Raum – schön oder hässlich –, ein Licht, ein Ton, eine Atmosphäre, eine Haltung, ein unpassendes Detail … die Möglichkeit, Momente einzufrieren, die mich überraschen.« Als theatralische Skizzen gedacht, fordern ihre urbanen Bilder, sensibel, ungewöhnlich und rätselhaft, nach Erzählung.

 

Die zahlreichen Reisen während ihres Berufslebens als Fotografin führten Valérie in Städte und Stadtrandgebiete, in denen sie seitdem ständig auf der Suche nach der kostbaren Alchemie zwischen Schönheit, Sinn und Emotion ist. Ihre Reisen formen sie und werden zu einem unverzichtbaren Spielplatz: eine Vielzahl von Räumen, einzigartigen Architekturen, getragen von einer Gesellschaft in voller Aufruhr. »Diese Erfahrungen haben mich aufmerksamer für die menschliche Komplexität gemacht, für den Einfluss von Traditionen und Religionen auf Verhalten und Meinungen.« Diese menschliche Vielfalt verzaubert sie, hilft ihr, ihre Bilder zu komponieren und die Einzigartigkeit jedes Einzelnen zu offenbaren.

 

 

Grafisch werden die Fotografien von Valérie von markanten Kontrasten getragen. Die Mimik der Menschen, die Farben der Kleidung werden durch klare Hell-Dunkel-Segmente sublimiert. Ein populäres Verfahren des 17. Jahrhunderts, das im Gemälde den Faden der Geschichte in einer Lebensszene andeutete, indem es bestimmte Details beleuchtete. »Das Spiel von Licht und Schatten ermöglicht eine gewisse visuelle Vereinfachung, einen Wunsch nach Essentialisierung, den ich liebe, der aus meinem Interesse an abstrakter Malerei und meiner Liebe zur flämischen Malerei kommt.«

 

Aber diese Dunkelheit ist ebenfalls symbolisch. Die Folgen einer schmerzlichen Vergangenheit für den Künstler, für den der Schatten damals gleichbedeutend mit Zuflucht war. Das Licht behauptet sich als wohlwollende Präsenz in den dunklen Fotografien. Wenn die Dunkelheit vorherrscht, verstärkt sie diese Lichtblitze, die von Valérie als »Hoffnungsschimmer« wahrgenommen werden.

 

Symbolisch transformieren die Fotografien von Shades of Thoughts das Urbane und verzaubern Alltagsszenen. Eine romantisierte Vision der Stadt, transzendiert von der Dunkelheit.

 

Die Ausstellung bei uns ist die erste Ausstellung der Künstlerin in Deutschland.

 

valeriesix.com

 

instagram.com/valeriesixlouis

 

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