Feline Fiction

Fotografien von Jeffrey De Keyser

 

 

Jeffrey De Keyser wurde 1984 in Kortrijk, einer belgischen Stadt in der flämischen Provinz Westflandern, geboren. Er wuchs in einem Dorf namens Marke etwas außerhalb von Kortrijk auf. Derzeit lebt er in Gent und begann nach seinem Master-Abschluss in Politikwissenschaft an der Universität Gent als Lehrer für Sozialwissenschaft in Brüssel zu arbeiten.

 

Neben dem Unterrichten sind seine größten Leidenschaften das Reisen (sowohl im Ausland als auch im Inland) und die Fotografie, am liebsten gleichzeitig. Diese Leidenschaften spiegeln sein Interesse an der Erforschung der Gesellschaft und des menschlichen Geistes wider.

 

De Keyser hat sich schon immer für die Macht der Bildsprache als Mittel der Kommunikation und des Geschichtenerzählens interessiert, aber erst 2014 begann er, die Fotografie ernster zu nehmen, als er das Genre der Straßenfotografie entdeckte. Und er ist noch heute in sie verliebt. Laut Jeffrey eröffnet die Straßenfotografie eine ganz neue Welt voller magischer Momente und unerzählter Geschichten. Was als Freizeitbeschäftigung begann, wurde für ihn zu einem Mittel der Selbstdarstellung und Entdeckung, das seine Wahrnehmung der Realität grundlegend veränderte.

 

 

Als Straßenfotograf konzentriert sich De Keyser gerne auf die surrealen und absurden Bedingungen der menschlichen Existenz. Er sieht die Fotografie als Spiegel des Unterbewusstseins, als eine existenzielle Untersuchung der Wahrnehmung, als eine Möglichkeit, den Camus’schen Konflikt zwischen der menschlichen Tendenz, Sinn und Zweck im Leben zu suchen, und der menschlichen Unfähigkeit, einen zu finden, zu hinterfragen. Sein Ziel als Fotograf ist es, einen Teil des Menschseins darzustellen, einen flüchtigen Blick auf das Unterbewusstsein durch eine universelle visuelle Sprache. Seine Fotografie ist stark von der surrealistischen Bewegung inspiriert.

 

Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und kuratiert, unter anderem auf dem Brussels Street Photography Festival, dem London Street Photography Festival, dem Italian Street Photo Festival in Rom, Street Sans Frontières in Paris und den Moment Street Photo Awards in Częstochowa, Polen. Online wurden seine Beiträge unter anderem in PhotoVogue, Life Framer und Eyeshot Magazine veröffentlicht. In Belgien hat er auf der Fotonale in Brügge, dem Fotofestival Lens op de Mens in Pelt sowie auf von der Plattform für visuelle Künste Breedbeeld kuratierten Ausstellungen ausgestellt und wurde ausgezeichnet. Seine erste Einzelausstellung »Catharsis« – in Zusammenarbeit mit Fotografiecircuit Vlaanderen – wanderte zwischen Juni 2019 und April 2022 durch 18 Kulturzentren in Flandern, Belgien.

 

 

Die Fotoserie »Feline Fiction«, die für diese Ausstellung zusammengestellt wurde, greift die Bildsprache von »Catharsis« auf. Sie kann als assoziativer Strom von Bildern betrachtet werden, in dem sich surrealistische Traumbilder und Elemente der Begierde mit der katzenhaften Kraft und Niedlichkeit von Katzen abwechseln, denen man auf Reisen durch Europa begegnet. Die Serie folgt keiner klassischen linearen Handlung, sondern entsteht als eine kätzchenhaft verspielte Collage, die vor lebhaften Farben, weiblichen Protagonisten und katzenhafter Neugier strotzt und sich nicht von den Grenzen der auf den Fotos deutlich erkennbaren urbanen Geometrie einschränken lässt.

 

Einige von De Keysers früheren Arbeiten wurden zwischen 2016 und 2018 in verschiedenen »World Street Photography«-Gruppenausstellungen in der Galerie Gudberg Nerger in Hamburg gezeigt. »Feline Fiction« in der Gastfeld Gallery in Bremen ist jedoch die erste Einzelausstellung des Künstlers in Deutschland.

 

jeffreydekeyser.com

 

instagram.com/jeffrey_dekeyser

 

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