Kuratiert von Marvin Marckwardt, zeigt das Gastfeld seit 2011 als einzige Bremer Galerie ausschließlich Fotokunst. Neben Ausstellungen arrivierter Fotografen gibt es auch Erstausstellungen noch unbekannter hochtalentierter Künstler.

Coming soon

Fotografien von Natan Dvir

 

 

Zum ersten Mal in Deutschland gibt es im Gastfeld die Serie »Coming soon« des weltweit bekannten New Yorker Fotografen Natan Dvir zu sehen.

 

Natan Dvir, geboren 1972, ist ein Fotograf, der sich auf die menschlichen Aspekte von kulturellen, sozialen und politischen Themen konzentriert. Seine Hauptprojekte wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA, in Europa, Südamerika, Asien, Australien und Israel gezeigt, wie im Museum of Fine Arts in Houston, dem Museum of Contemporary Art in Cleveland, dem International Center of Photography in New York, auf dem Head On Festival in Sydney, dem Festival de la Luz in Buenos Aires oder bei Christie’s in London.

 

Die führenden internationalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichten seine Arbeiten, beispielsweise The New York Times, Newsweek, The Wall Street Journal, Der Spiegel, Stern, Focus, The Times, Daily Mail, Paris Match, Le Monde oder Le Figaro. Weltweit wurden seine Fotos mit Preisen ausgezeichnet.

 

Mit seiner fortlaufenden Serie »Coming soon« beweist Dvir, dass man in einer belebten Stadt, die voll von Bildern ist, immer noch geniale Ideen zum Fotografieren findet. Er verwendet die Leinwände, die über die im Bau befindlichen Läden gespannt sind, als seine eigene Leinwand. Die Marken der großen Designer tauchen in den Städten überall auf der Welt auf, expandieren schnell und präsentieren ihr Erscheinungsbild auf riesigen Fassaden. Diese werden zur Leinwand, auf der Dvir arbeitet. Er tut dies, indem er die richtige Szenerie und die perfekte Interaktion zwischen der Werbung und den davor befindlichen Leuten findet. Die Werbebilder werden, wenn sie in Dvirs Fotos von ihrer Umgebung isoliert sind, außergewöhnlich und verlockend. Zwergenhaft erscheinende Passanten werden von drohenden Figuren überragt, die sich über sie erheben und eine scheinbar kollektive Unterwürfigkeit gegenüber der Macht der Werbung einfordern.

 

Die Idee für »Coming soon« kam Dvir, der in Israel geboren ist, aber 2008 nach New York zog, während er 1997 das erste Mal diese Stadt besuchte. Als er aus der U-Bahn kam, war er erstaunt über die schwindelerregenden Wolkenkratzer, die riesigen Alleen und die zahlreichen Werbetafeln. Drei Wochen nachdem er nach New York gezogen war, packte er seine Kamera und ging zum Fotografieren zur Fifth Avenue, die er als Symbol des ›American Dream‹ ansah. Er bemerkte, dass die Werbeplanen in der Größe gewachsen waren und ganze Fassaden von Gebäuden bedeckten. Er fertigte zwei Aufnahmen der Serie an, obwohl er damals keine Ahnung hatte, dass sich daraus ein Projekt entwickeln würde.

 

 

In den nächsten Jahren fotografierte er ähnliche Bilder. Erst als er erkannte, dass diese Fotos Teil seiner Erfahrung von und Beziehung zu New York sind, war er in der Lage, das Projekt zu konzipieren und in einer strukturierten Weise daran zu arbeiten. Die Bilder wurden alle in kommerziellen Zentren aufgenommen – Fifth Avenue, 34th Street, Herald Square, Times Square und SoHo.

 

Dvir nutzt die Großflächenwerbeplanen, die in den USA ›Billboards‹ genannt werden, als Hintergrund »to set the scene«, erklärt er. Er sucht nach spezifischen Situationen, in denen er Emotionen oder Gedanken hervorrufen kann – um Gegenüberstellungen zu schaffen, die den Betrachter einladen, darüber nachzudenken, was er sieht.

 

Die riesige schwarz-weiße ZARA-Werbeplane wird zum Hintergrund für eine Frau, die auf ein Taxi wartet, und neben ihr ein Eiscremewagen. Vier professionell posierende Models schauen uns direkt in die Augen, während einige Leute an ihnen vorbeigehen, ohne sie im Geringsten zu beachten. Attraktive junge Menschen räkeln sich in leichter Sommerkleidung in der Sonne, während eine Frau in Winterkleidung mit Schirm durch Schneematsch stapft, verschneite Müllsäcke am Straßenrand. Mit der wunderbaren Ausführung dieser Fotografien zeigt uns Natan Dvir eine bemerkenswerte Interaktion zwischen Fake People und echten People.

 

»Ich versuche«, sagt Dvir, »unsere visuelle Beziehung zu den Stadtzentren der Marken und der kommerziellen Umgebung, in der wir leben, zu erkunden – in was verwandelt sich die Stadtlandschaft? Die Bilder dieser Werbung reflektieren als auch kreieren unsere Kultur.« Realität verschmilzt mit Fiktion in einer Serie von Fotos, die nicht nur filmisch, sondern auch theatralisch sind. Passanten werden wie Schauspieler in ein Bühnenbild gerissen und schaffen für den Betrachter ein filmisches Erlebnis.

 

»These ads are creating some kind of virtual dream world, a virtual reality, and when you compare it to what happens in reality – there’s a huge difference, sometimes a mind-boggling difference. That kind of lifestyle, that kind of mind-set, is not attainable. But this is how we frame our culture. And our culture says these are the right dreams to have. And I wonder . . . are they?« (Natan Dvir, zitiert nach The New York Times)

 

Website: http://natandvir.com

 

FineArt-Druck: Marc Hesse FineArt, fineart-online.biz

 

Hier im Wechsel ein Rückblick auf einige der vorherigen 21 Ausstellungen:

 

Antonio Morri, Riccione, Italien: »Italienische Momente – Attimi italiani«. 2012, Erstausstellung des Künstlers

 

 

Dennis Stauffer, Solothurn, Schweiz: »Magie der Farben«. 2012, Erstausstellung des Künstlers

 

 

Kristin Lehmann, Plauen: »Women. Plauener ›Schule‹ poetisch-sinnlicher Fotografie; Teil 1«. 2013, Erstausstellung der Künstlerin

 

 

»Die Blaue Stunde« (Gruppenausstellung von 18 Fotografen; hier: Dora Pi, Winterberg). 2013

 

 

Susanne Baumgartner, Burgdorf, Schweiz: »in the street«. 2013, Erstausstellung der Künstlerin

 

 

Cindy Steudel, Plauen: »Women. Plauener ›Schule‹ poetisch-sinnlicher Fotografie; Teil 2«. 2014, Erstausstellung der Künstlerin

 

 

Klaus Heppenheimer, München: »moments in monochrome«. 2014, Erstausstellung des Künstlers

 

 

Petra Kautz, Graz: »sommerduftfarben«. 2015, Erstausstellung der Künstlerin

 

 

Andreas Günther, Köln: »Non-Places«. 2015, erste Einzelausstellung des Künstlers

 

 

Katrin Lehmann, Plauen: »Women. Plauener ›Schule‹ poetisch-sinnlicher Fotografie; Teil 3«. 2015, erste Einzelausstellung der Künstlerin

 

 

Hans-Bernd Steffens, Paris: »Vie de rue«. 2016, Erstausstellung des Künstlers

 

 

Bastian Kienitz, Mainz: »Unklarheiten«. 2016, erste Einzelausstellung des Künstlers

 

 

Peter Baumeister, Berlin: »Cuban scenes«. 2017, Erstausstellung des Künstlers

 

 

Andreas Levers, Potsdam: »At night«. 2017, erstmalige Ausstellung dieser Serie

 

 

Eusepia Lehe, Plauen: »Plauener Portraits. Plauener ›Schule‹ poetisch-sinnlicher Fotografie; Teil 4«. 2018

 

 

Bernd Walz, Potsdam: »Rural areas«. 2018, erstmalige Ausstellung dieser Serie

 

Chronik der Ausstellungen

 

Lovis Maxim Wambach, Bremen: »Im Reich der steinernen Wesen. Verborgene Bremer Details«.  07.10.2011 – 31.01.2012

 

Antonio Morri, Riccione, Italien: »Italienische Momente – Attimi italiani«.  01.02.2012 – 31.05.2012

 

Lutz Rehschuh, Liebstadt: »Abgewickelt. Stätten des Verfalls«.  01.06.2012 – 30.09.2012

 

Dennis Stauffer, Solothurn, Schweiz: »Magie der Farben«.  01.10.2012 – 31.01.2013 

 

Kristin Lehmann, Plauen: »Women. Plauener ›Schule‹ poetisch-sinnlicher Fotografie; Teil 1«.  01.02.2013 – 31.05.2013

 

»Die Blaue Stunde. Erlebt von 18 Fotografen«.  03.06.2013 – 31.10.2013

 

Susanne Baumgartner, Burgdorf, Schweiz: »in the street«.  01.11.2013 – 28.02.2014

 

Tad Kanazaki, Tokio: »Japanische Idyllen«.  01.03.2014 – 30.06.2014

 

Cindy Steudel, Plauen: »Women. Plauener ›Schule‹ poetisch-sinnlicher Fotografie; Teil 2«.  01.07.2014 – 31.10.2014

 

Klaus Heppenheimer, München: »moments in monochrome«.  01.11.2014 – 28.02.2015

 

Petra Kautz, Graz: »sommerduftfarben«.  01.03.2015 – 30.06.2015

 

Andreas Günther, Köln: »Non-Places«.  01.07.2015 – 31.10.2015

 

Katrin Lehmann, Plauen: »Women. Plauener ›Schule‹ poetisch-sinnlicher Fotografie; Teil 3«.  01.11.2015 – 29.02.2016

 

Peter Juzak, Wennigsen: »Die Welt der Mikrokristalle«.  01.03.2016 – 31.05.2016

 

Hans-Bernd Steffens, Paris: »Vie de rue«.  01.06.2016 – 07.08.2016

 

Bastian Kienitz, Mainz: »Unklarheiten«.  08.08.2016 – 30.09.2016

 

Susanne Baumgartner, Burgdorf, Schweiz: »Augenblicke«.  31.03.2017 – 31.07.2017

 

Peter Baumeister, Berlin: »Cuban scenes«.  01.08.2017 – 30.11.2017

 

Andreas Levers, Potsdam: »At night«.  01.12.2017 – 31.03.2018

 

Eusepia Lehe, Plauen: »Plauener Portraits. Plauener ›Schule‹ poetisch-sinnlicher Fotografie; Teil 4«.  03.04.2018 – 30.06.2018

 

Bernd Walz, Potsdam: »Rural areas«.  01.07.2018 – 31.10.2018

 

Natan Dvir, New York: »Coming soon«. 01.11.2018 – 28.02.2019